1837: 1. Ausstellung von Industrieerzeugnissen des Regierungsbezirks Düsseldorf

In den folgenden 20 Jahren kam es in Düsseldorf zu keiner weiteren Ausstellung. Im Jahre 1836 jedoch gründete der damalige Regierungspräsident Graf von Stolberg einen Verein mit dem Namen „ Gewerbeverein für den Regierungsbezirk Düsseldorf“, dessen Ziel es war, insbesondere durch die Veranstaltung von Ausstellungen „die Gewerbetätigkeit und den Kunstfleiß zu beleben, in ihrer Entwicklung zu fördern und auszubreiten“ 1 . Schon im Vereinstitel wird die Nähe zur Kunst sichtbar, wie sie auch in der Ausstellung deutlich werden sollte. Die Verbindung von Kunst und Wirtschaft wurde dadurch erreicht, dass im Anschluss an die Gewerbeschau eine Kunstausstellung stattfand, eine Verbindung, die für Düsseldorf typisch werden sollte. Regierungsrat Fassbender hatte bereits im Vorfeld der Ausstellung den Vorschlag gemacht, als ständigen Ausstellungsraum das alte Schloss neben der Kunstschule zu nutzen und die periodischen Gewerbeschauen zeitlich mit jenen des Kunstvereins stattfinden zu lassen. 2

Im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen war die Gewerbeausstellung von 1837 ein voller Erfolg. 113 Gewerbetreibende, mehrheitlich Handwerker und Heimarbeiterinnen, daneben auch einige wenige Fabrikanten, hatten zwischen dem 13. Juli und dem 14. August im ‚Casino‘ auf der Flingerstraße rund 3.000 Gegenstände ausgestellt. Für die Ausstellungsperiode war bewusst die Ferienzeit gewählt worden, da Düsseldorf schon damals als Ausflugsziel bekannt war und man sich einen regen Besuch auch von auswärtigen Interessierten erhoffte. 3 Tatsächlich kamen 8.654 Besucher. Es gab viel Lob für die Qualität der Exponate, aber auch Kritik, die deutlich machte, dass Schaffenskraft allein nicht genüge, sondern Streben nach Formschönheit, Zweckmäßigkeit und Materialgerechtigkeit ebenso von Nöten seien. 4 Finanziell konnten die Veranstalter sehr zufrieden sein, denn es wurde ein Reinerlös von 309 Talern erwirtschaftet. 5 Mit dieser Ausstellung war der Durchbruch gelungen und Düsseldorfs Ruf als Ausstellungsstadt, als Schaufenster des Westens begründet. Dennoch veranstaltete der Gewerbeverein keine weiteren Ausstellungen, denn sein Vorsitzender und Gründer Graf zu Stolberg wurde bald versetzt, so dass dem Verein offensichtlich die führende Hand fehlte und er aufgelöst wurde. 6

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1. Engst 1949:15

2. Ebel 1937 (c) RLZ 8.5.37

3. Wülfing 1937:124

4. Engst 1949:18

5. Weidenhaupt 1989, Bd. 2:392

6. Baus 1977:33

 

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