1904: ‚Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung und Grosse Gartenbau-Ausstellung‘

Nur einen Monat nach der Schließung der Gewerbeausstellung sah man bereits wieder in die Zukunft und die Düsseldorfer Künstlerschaft beschloss mit dem inzwischen gegründeten ‚Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen‘, den neugewonnenen Kunstpalast 1904 erneut für eine große, diesmal internationale Kunstausstellung zu nutzen. Im Vorstand saßen wie immer angesehene Düsseldorfer Bürger, wie z.B. der Oberbürgermeister, der Regierungspräsident oder – jetzt als Ehrenmitglied – Heinrich Lueg. Als finanzieller Grundstock dienten 95.000 Mark aus den Überschüssen der letzten Ausstellung. Im März 1903 entschied man sich, das Themengebiet der Ausstellung noch um den Bereich des Gartenbaus zu erweitern. Den künstlerischen Vorsitz übernahmen u.a. Fritz Roeber, der Beigeordnete Thelemann und der Maler Volkhardt, für den Bauausschuss zeichnete Prof. Kleesattel verantwortlich. Als Gelände wurde etwa die Hälfte des Gebietes der Ausstellung von 1902 von der Stadt zur Verfügung gestellt, dazu wurden einige Gebäude angemietet, die noch von der vorigen Ausstellung vorhanden waren. 1 Die Vorfinanzierung konnte erneut durch Düsseldorfer Bürger erreicht werden, die sich zahlreich an der Zeichnung von Fonds beteiligten.

A14 Ausstellung 1904 Q Privatbesitz
A14 Ausstellung 1904 Q Privatbesitz

Für die Herrichtung des Gartenbaugeländes konnte man den bekannten Hamburger Gartenarchitekten Rudolf Jürgens gewinnen, der sich bereits auf der Hamburger Gartenausstellung durch besondere Leistungen hervorgetan hatte. Im Freigelände und in verschiedenen Hallen begrüßten unzählige Blumen die Besucher, ständig wechselnde Sonderschauen garantierten ein abwechslungsreiches Bild.

A15 Plakat der Internationalen Kunst-und Gartenbau-Ausstellung Düsseldorf 1904 Q privat
A15 Plakat der Internationalen Kunst-und Gartenbau-Ausstellung Düsseldorf 1904 Q privat

Die Kunstausstellung stand der Gartenausstellung in nichts nach und beschränkte sich im Gegensatz zu der Kunstschau von 1902, die Werke der letzten zwei Jahrzehnte gezeigt hatte, auf die Kunst der Gegenwart. Nur Werke, die nicht älter als 3 Jahre waren, durften gezeigt werden. Gemälde von Peter Janssen, Eduard von Gebhardt, Claus Meyer, Theodor Fink, A. Schmitz, Wilhem Schmurr und Hans Kohlschein bewiesen die Stellung der Düsseldorfer Kunst im Vergleich zu anderen in- und ausländischen Ausstellern aus Frankreich (u.a. Rodin, Bartholomé), Belgien, den Niederlanden, Spanien, England, Ungarn oder Russland. Eine kunsthistorische Abteilung ergänzte diese ‚moderne‘ Kunst. Hier wurden zahlreiche alte Stücke aller Gattungen gezeigt, ein „abgerundetes Bild des frühen künstlerischen Schaffens im westlichen Deutschland.“ 2 .

Knapp 2,7 Millionen Besucher machten die Ausstellung zu einem weiteren Erfolg in der nunmehr fast hundertjährigen Bilanz des Düsseldorfer Ausstellungswesens.

Die Zahl der in Düsseldorf veranstalteten Ausstellungennahm in den folgenden Jahren stetig zu, so dass der Ruf Düsseldorfs als Ausstellungsstadt weiter gefestigt wurde (u.a. Buchausstattung 1905, Hundeausstellung 1906). 3

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1. Engst 1949:52

2. Engst 1949:54

3. Vgl. Tamms 1953:23-27 (Liste der Düsseldorfer Ausstellungen 1811-1953)

 

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