Die verkehrsmäßige Anbindung

Da sich das Ausstellungsgelände relativ weit vom Stadtkern Düsseldorfs entfernt befand, hing der Erfolg nicht zuletzt auch von den Verkehrsverbindungen ab, die den Ausstellungswert wesentlich mitbestimmten. 1 Es galt also, eine Grundlage für die Beförderung der Massen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Privatwagen zu schaffen. Dazu wurde die Richthofenstraße nicht nur begradigt, sondern auch auf 58 m verbreitert, um genügend Platz für zwei Fahrbahnen zu je acht Metern Breite und einen viergleisigen Bahnkörper für Straßenbahnen zu schaffen. 2 Vom im November 1934 eingeweihten neuen Hauptbahnhof aus, 3 dessen Fertigstellung im April 1937 kurz bevorstand, 4 konnte man bequem mit der Straßenbahn in den Düsseldorfer Norden genau vor die Tore der Ausstellung gelangen. 5 Der Stockumer Kirchweg wurde ebenfalls völlig umgestaltet. Er erhielt gleichfalls acht Meter breite Fahrstreifen und einen doppelgleisigen Straßenbahnanschluss mit Endschleife. Eine weitere Gleisschleife befand sich auf dem Reeserplatz. 6 Beide boten Raum für je 46 Straßenbahnwagen, so dass alle 25-30 Sekunden ein Zug abfahren konnte. Dies erlaubte eine Beförderung von 30.000 Personen pro Stunde. 7 Hier hielten vornehmlich die beiden Ausstellungslinien der Düsseldorfer Straßenbahn, die zusätzlich zu den verstärkten Linien eingerichtet wurden. 8 Für Besucher, die mit dem privaten PKW anreisten, standen am Reeserplatz, vor dem Haupteingang und am Ende der Stockumer Kirchstraße insgesamt ca. 6.000 Parkplätze zur Verfügung. 9 Es bestand weiterhin die Möglichkeit, eines der vielen Boote oder einen Dampfer zu nutzen, um über den Rhein zur Ausstellung zu gelangen. 10 Für Besucher, die mit dem Zug anreisten sowie für ausländische Besucher gab es bis zu 60% verbilligte Reichsbahn-Fahrkarten. 11 Um die vielen Besucher befördern zu können, wurden etwa 530 Sonderzüge eingesetzt; 12 Personen, die mit dem Flugzeug anreisten, konnten abgesehen von den planmäßigen Flugverbindungen auch einen speziellen Aerobus nutzen, der alle wichtigen Luftverbindungen in Mülheim und Essen anflog. 13

A390 Luftbild des Ausstellungsgeländes. Im Zentrum d ie umgebaute Neue Kunstakademie, rechts das Gartengelände, links d ie Hallenschau. Q Maiwald 1939 Bd 1, o.S
A390 Luftbild des Ausstellungsgeländes. Im Zentrum die umgebaute Neue Kunstakademie, rechts das Gartengelände, links die Hallenschau. Q Maiwald 1939 Bd 1, o.S

Die Anstrengungen, die unternommen wurden, um eine gute Verbindung zur Ausstellung zu gewährleisten, bedeuteten gleichzeitig eine Anbindung des gesamten Düsseldorfer Nordens an das öffentliche Verkehrsnetz. Vorher hatte lediglich die Kleinbahnstrecke nach Duisburg einen Anschluss an das junge Düsseldorfer Stadtgebiet dargestellt.

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1. Baus 1977:10
2. Meyer 1939:84. 1935 hatte man in Betracht gezogen, durch eine Untertunnelung dieser breiten Provinzialstraße eine bessere Verbindung der Gartenausstellung zum Schlageterpark zu schaffen, StAD iv 565, Protokoll vom 31.5.1935. Durch die immer geringer werdende Bedeutung der Schlageterstätte für die Ausstellung hatte man diesen Plan dann allerdings fallengelassen. Eine Untertunnelung hätte jedoch einen sicheren Überweg vom Parkplatz zum Haupteingang bedeutet.
3. Vgl. ZDB 15.1937:359-368
4. DLZ Nr. 14 vom 10.4.1937
5. Meyer 1939:84
6. Die Parkscheine für die Autos galten den ganzen Tag und konnten auch in der Stadt weiterbenutzt werden, DT vom 23.5.1937, Morgenausgabe
7. Wenzel 1939:84
8. DT vom 11.5.1937
9. Görgen 1968:156
10. Offizieller Ausstellungsprospekt von 1937
11. Am 16. Mai 1937 berichtete das Düsseldorfer Tageblatt von Anfragen, die Düsseldorfer Bürger zu den Sonderzügen für die Reichsausstellung stellten. Verwandte aus ganz Deutschland hätten nach verbilligten Anreisemöglichkeiten gefragt. Hier wird offensichtlich, dass die Sonderzüge und verbilligte Fahrkarten auch gerne für rein private Fahrten genutzt wurden.
12. Geutebrück 1939:74. Für die Ausstellung 1902 waren immerhin 6.000 Sonderzüge eingesetzt worden.
13. k.z. (F.A.Z. 5.5.37)

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